Dienstag, 30. April 2019

Besuch bei den Wurzeln - Breslau



Diesen Besuch haben wir uns schon lange vorgenommen. Zusammen mit Helmar und Hannelore, die zu DDR-Zeiten ebenfalls oft dort waren. Seitdem aber nicht mehr. Und so wurde es für die Beiden auch höchste Zeit zu sehen, wie sich Breslau seitdem entwickelt hat. Selbst für uns, die vor 5 Jahren das letzte Mal hier waren, gab es viel Neues zu entdecken. Hannelores Vater und mein Vater waren echte Breslauer, daher zu den Wurzeln.

Am Donnerstag, 25. April 2019, trafen wir uns in Görlitz auf dem dortigen offiziellen Womo-Stellplatz. Es war gegen 16:00 Uhr als wir uns zu einem Stadtbummel aufmachten. Obermarkt, Untermarkt, Flüsterbogen, Kirche Peter & Paul, Vierradenmühle und Friedensbrücke waren unsere Wegpunkte. Und dann war es Zeit fürs Abendbrot. Wie immer im kleinen "Biergärtchen" in der "Schwarzen Kunst".

Anschließend zurück bei unseren Womos saßen wir bei dem warmen Wetter noch eine geraume Zeit bei Wein und Bier zusammen.

Bei strahlenden Sonnenschein starteten wir am Freitag, 26. April 2019, zur Fahrt nach Breslau. Zügig ging es auf der A4 voran, rechts am Horizont sahen wir die Berge des Riesengebirges mit der Schneekoppe, schneebedeckt!
Da Helmar und ich zwei unterschiedliche Navis haben, führten sie uns auch auf unterschiedlichen Routen durch Breslau. Das Ziel war das gleiche: der Campingplatz im Olympiapark. Unser Navi lotste uns direkt durch die Innenstadt. Unzählige Ampeln, Stop and Go, wir kurvten in der Nähe des Rynek herum und erreichten nach dieser vom Navi spendierten Stadtrundfahrt sogar als erste den Campingplatz. Und das im wahrsten Sinne: wir waren überhaupt die ersten Gäste auf dem Platz. Dieser wurde erst heute wieder eröffnet. Als wir uns anmeldeten, kam auch schon Helmar. Ihn hatten zwei Baustellen ausgebremst, seine Route wäre sonst die einfachere und schnellere gewesen.
Wir brauchten nicht lange nach einen Platz zu suchen, wir waren ja die Ersten. Ca. 15,- kostet die Nacht, incl. Entsorgung und Dusche. Strom kostet extra. Und es gibt ein neues Sanitärgebäude. Wer es allerdings lieber mit dem Charm der Sechziger möchte, der geht in das alte Gebäude. Hier ist wirklich alles alt und kaputt.

14:00 Uhr fahren wir mit der Straßenbahn in die Innenstadt. Fahrscheine haben wir nicht, in der Bahn kann man aber mit der Kreditkarte bezahlen. So vor 5 Jahren. Heute muss man eine elektronische Karte haben, eine mit NFC. Meine hat das nicht, aber Helmar seine ist dafür freigeschaltet. Ein Ticket bekommt man aber nicht, keine Ahnung wie das Schwarzfahren kontrolliert werden kann.
An der großen Markthalle, architektonisch ein Meisterwerk aus Spannbeton, steigen wir aus und besuchen diese. Für Hannelore ein Muss, das sie hier ihr Brautkleid gekauft hatte. Lang, lang ist es her.


In einem Imbiss machen wir erst einmal Rast, Soljanka und Pelmeni. Wir hatten eine ukrainische Stube erwischt. Und dann erreichten wir den Rynek. Schicke, alte, reiche Häuser umsäumten ihn. Alles ordentlich restauriert. Und die vielen Menschen hier. Was für ein Treiben. Am altbekannten Cafe´ Wedel kamen wir nicht vorüber. Trinkschokolade, Eisbecher: ein Genuss. Leider ist der Schweidnitzer Keller immer noch geschlossen. So gab es unser Abendessen im benachbarten Restaurant Fedora. Zurek, Salatteller, Kaninchenbraten und handgeschnittener Tatar waren unsere Speisen.


In Breslau sind kleine Zwerge die ständigen Begleiter. Überall sind sie zu entdecken und natürlich zu fotografieren. Was sie bedeuten, warum sie hier in Breslau auftauchten und sich ständig vermehren erfahrt ihr hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Breslauer_Zwerge



 



Pflastermüde brachte uns die Straßenbahn wieder zum Campingplatz.

Als wir am Sonnabend aufwachten gab es Mist: Nieselregen. Grau und trüb zeigte sich der Himmel. Wir hatten uns aber zu einer Stadtrundfahrt mit einem mehrsitzigen Elektromobil verabredet. Und so fuhren wir, etwas wärmer angezogen als gestern, auch mit Schirm bewaffnet, wieder zum Rynek. Wer aber nicht kam, das war unser Fahrer. Wir fanden aber einen netten jungen Mann, der in Breslau studiert und auch gut deutsch spricht. So fuhren wir mit dessen Mobil. Rynek, alte Universität, Dominsel, waren unsere Stationen.






Weiter ging die Fahrt über die ehemalige Kaiserbrücke zur Jahrhunderthalle. Die konnten wir aber nicht besichtigen, da gerade eine Ausstellung dort stattfand. Zurück ging die Fahrt wieder in die Innenstadt. Aber nicht etwa auf stillen Seitenstraßen. Nein, direkt auf den Hauptstraßen, auf denen wir gestern mit dem Womo gefahren waren. Sehr, sehr abenteuerlich.




Zeit zum Mittagessen und Aufwärmen. Wir waren von der Fahrt mit dem offenen Mobil so ziemlich durchgefroren. Uns wurde von unserem Fahrer das "Lwowska" empfohlen. Polnische Küche, eine gute Empfehlung.
Nach dem reichhaltigen Essen tat ein Spaziergang gut. Es hatte auch aufgehört zu Regnen und so liefen wir Richtung Hauptbahnhof. Einen kurzen Abstecher machten wir im ehemaligen Kaufhaus Wertheim, heute ebenfalls ein moderner Einkaufstempel.
Inzwischen war es Kaffeetrinkenzeit, im Hotel "Europaiski" fanden wir ein schönes Plätzchen dafür. Dann gingen wir wieder Richtung Straßenbahn.




Die gesamte Zeit trug Ulla ihr nicht geschafftes Essen - Bigos- in einem Beutel mit sich rum. Der Bigos machte sich aber im Laufe der Zeit selbständig, die flüssigeren Bestandteile fanden ihren Weg durch die Verpackung nach draussen. Nach 3 Stunden war der Beutel so durchsuppt so dass sie diesen samt Inhalt einen Papierkorb spendierte.

Nicht weit vom Campingplatz befindet sich die Gaststätte "Sofa". Obwohl hier eine geschlossene Gesellschaft war durften wir auf der Terrasse Platz nehmen. Es wurde noch ein schöner Abend.

Heute, am Sonntag, 28. April 2019, starten wir gegen 9:00 Uhr wieder zur Rückreise. Problemlos geht es durch Breslau und auch wieder nach Deutschland. Im Kloster Marienthal haben wir uns verabredet. Helmar war schon eher da, ich habe unterwegs noch getankt. Der Dieselpreis ist mit dem in Deutschland vergleichbar.
Nach Besichtigung der Klosteranlage und Mittagessen in der Klosterschänke (Teichelmauke - wer nicht weiß was das ist, der muss mal googeln) fahren wir auf den offiziellen Stellplatz in Zittau.



Ein Spaziergang durch Zittau und dann gings zum Abendbrot in den "Alten Sack". Eine rustikal eingerichtete Gaststätte mit regionaler Küche und guter Bedienung: wir fühlten uns wohl.


Im Womo bei Helmar gab es noch ein Bierchen. Morgen wollen wir auf den Oybin.
Montag, 29. April 2019. Gestern noch wollten wir heute auf den Oybin. Heute aber nicht mehr. In der Nacht fing es stark zu regnen an, die Wetterprognose sagte starken Regen voraus, den ganzen Tag lang. Das war das Ende unseres gemeinsamen langen Wochenendes.
Schön war es aber trotzdem.

Dienstag, 12. Februar 2019

Wochenende in Nürnberg

Damit die Winterwochenenden nicht so langweilig sind, unternahmen wir einen Kurztrip nach Nürnberg.
Freitag Vormittag fuhren wir mit der Bahn über Hof nach Nürnberg. Knapp 5 Stunden brauchten wir von Haustür zu Hause bis zum Hotel. Wir hatten bei Ebay einen Hotelgutschein gekauft, 2 Übernachtungen mit Frühstück für 2 Personen für insgesamt 119,- Euro. Wir wohnten im Burghotel-Stammhaus, nicht weit von der Burg entfernt.
Unterhalb der Burg
 Kurz nach 14:00 Uhr machten wir uns auf den Weg Nürnberg zu erkunden. Das Wetter stimmte und
wir gingen die Burgstraße hinunter zum Hauptmarkt. Hier findet jedes Jahr der berühmte Christkindelmarkt statt. Eine Sehenswürdigkeit ist hier auch der schöne Brunnen, in dessen Gitter ein goldener Ring eingearbeitet ist. Es gibt aber auch noch einen schwarzen Ring. Alle drehen am Goldenen und wünschen wsich dabei etwas. In einem Reisebericht im Fernsehen haben wir aber gehört, dass der schwarze Ring derjenige sei, an dem die Wünsche in Erfüllung gehen sollen. Ulla hat am Schwarzen gedreht. Und siehe da, am nächsten Tag ging ihr Wunsch in Erfüllung!
Der Hauptmarkt ohne Christkindlmarkt
Drehen am "schwarzen" Ring
Nach dem Markt, Richtung Bahnhof, beginnt das Shoppingzentrum. Bis zum Ehebrunnen führte uns unser Spaziergang durch belebte Innenstadt.
Blick von der Museumsbrücke zum Kreuzigungshof


Szene am Ehebrunnen
Sene am Ehebrunnen
Pflastermüde fanden wir das Brauhaus "Barfüßer". Schäufele, Gebratene Klöße und wohlschmeckendes Bier, Schwarzes und Blondes.
Im "Barfüßer"
 Gegen 20:00 Uhr waren wir wieder im Burghotel-Stammhaus.
Die Burg am Abend
Am Sonnabend nach einem reichhaltigen Frühstück, sogar mit einem Gläschen Begrüßungssekt, gingen wir  hinauf auf die Burg. Von hier oben hat man eine wunderbare Sicht auf die Altstadt.

Blick über die Dächer von Nürnberg
Vor der Burg

Unterhalb der Burg, am Tiergärtnertor
Die wollten wir anschließend kennenlernen. Wir hatten einen alten Stadtplan (1993) mit einem eingezeichneten Besichtigungsweg. An dem orientierten wir uns. So fanden wir die Weißgerbergasse. Eine kleine Straße mit Fachwerkhäusern nur vereinzelte Touristen fanden den Weg so wie wir hierher.
In der Weißgerbergasse
Der Kettensteg führte uns über die Pegnitz und über den Henkersteg gelangten wir auf die Trödelinsel mit ihren kleinen Geschäften.
Blick von der Maxbrücke zum Kettensteg auf die Pegnitz

Auf der Trödelinsel
Und schon waren wir über der Karlsbrücke wieder im Shoppingviertel. Es war Zeit zum Mittagessen. Durch das reichhaltige Frühstück brauchten wir aber nichts Großes. Im Admiral-Filmpalast fanden wir ein schönes Plätzchen. Ulla entschied sich für Kaiserschmarren und ich klassisch vegetarisch für ein Gericht aus Wasser, Hopfen und Malz. Das war lecker, so dass ich noch einen Nachschlag vertrug.
13:30 Uhr begann die öffentliche Stadtführung. Zu der hatten wir uns schon gestern angemeldet. Zuvor konnte ich aber denm verführerischen Duft der Nürnberger Bratwurstbraterei nicht wiederstehen. 3 im Weckla. Auf sächsisch: Drei Würstlein im Brötchen.

Die Stadtführung begann am Schönen Brunnen Brunnen und führte uns dann wieder, na wohin? Auf die Burg, zum Dritten. Die Stadtführerin war eine etwas ältere Dame, keine deutsche Muttersprachlerin, erzählte interessant und abwechslungsreich. Die Führung endete am Tiergärtnertor vor dem Dürerhaus.
Am Schönen Brunnen
Das Tiergärtnertor
Wir gingen die Bergstraße hinab durch die Altstadt und pausierten in der Burg-Schänke. Eine leckere Suppe mit Fleischpflanzerln gehörte zur Pause dazu.
Unsere Stadtwanderung führte uns wieder durch die Shoppingstadt. Diesesmal schauten wir aber auch in die Lorenzkirche. Hier finden sich bis heute noch viele vorreformatorische Kunstwerke wie z.B. der Engelsgruß von Veit Stoß und das Sakramentshaus von Adam Kraft.
In der Lorenzkirche
Am Stadttor Richtung Bahnhof  besuchen wir noch den Handwerkerhof. Kleine Handwerksbetriebe haben sich hier angesiedelt und hier geht plötzlich Ullas Wunsch beim Drehen des "schwarzen" Ringes in Erfüllung: Eine neue Handtasche!
Im Handwerkerhof
Auf dieses Wunder mussten wir anstossen. Wieder im "Barfüßer" mit einem Blonden und einem Schwarzen. Dazu noch Obatzter und Nürnberger Würstchen.
20:00 Uhr waren wir wieder im Hotel. Breit!
Ich habe mal nachgemessen: 8,5 km lang war unsere Stadtwanderung.
Mosaik im Hauptbahnhof
 Der Sonntag begann wieder mit einem ausgiebigen Frühstück und danach hieß es Auschecken.
11:38 Uhr fahren wir mit dem Zug nach Hof. Diesesmal nicht über Bayreuth sondern über Marktredwitz. In Hof wartete schon der Regioexpress nach Chemnitz und 16:00 Uhr waren wir wieder zu Hause.