Montag, 25. Mai 2026

Barock in Franken und Weserbergland

 

Barock in Franken und Weserbergland

 Freitag, 15 Mai 2026

 Die Residenztage in Bayreuth rufen wieder die barocke Hofgesellschaft. Wir folgen der Einladung unserer Barockfreunde vom Barockverein Oberfranken und eilen an den Hof des Markgrafen. Wir fahren mit unserem Womo und dürfen uns beim Markgrafen in den Wirtschaftshof stellen. Unsere Freunde aus Thüringen sind auch schon da. Sie besuchen heute Abend das Eröffnungskonzert im Markgräflichen Opernhaus. Wir gehen aber noch Abendbrot essen, auf dem Weg zu unserem Womo werden wir völlig durchnässt, ich kann in meinen Schuhen schwimmen. Aber im Womo ist es trocken, die Heizung spendet die notwendige Wärme und das Bier schmeckt auch.

Sonnabend, 16. Mai 2026

 Heute Morgen werfen wir uns in unsere Robe. Nach 11 Uhr treffen wir uns im Hofgärtlein und nach und nach kommen die anderen hohen Herrschaften. Eine Tafel haben wir aufgebaut und schon bald wird den vielen Köstlichkeiten zugesprochen. Herzhaftes, Fleischernes, Gemüsernes, Teigiges, Obstliches. Nicht zu vergessen der Wein und das Bier. Die vielen vorbeikommenden „bürgerlichen“ durften Augenschmaus halten.


14 Uhr begann im Festsaal des Schlosses die Tanzstunde. Die Hofgesellschaft führte einige barocke Hoftänze vor, erntete viel Beifall und dann wurde es auch für die „bürgerlichen“ Gäste ernst, sie durften, mussten mittanzen. Damit nahm die Tanzstunde ein vergnügliches Ende.


Ich allein hatte in der Zwischenzeit die Tafel im Hofgärtlein zu bewachen und hatte mit den Besuchern angenehme Gespräche über die damaligen Sitten und Gebräuche bei Hofe. Die bei solchen Gesprächen meist gestellte Frage ist immer die: „Ist es Euch denn nicht zu warm in den Kleidern?“ Nein, dieses Mal nicht, es war nämlich ganz schon kalt.

15 Uhr begann die zweite Tanzstunde, die Hofgesellschaft zog in den Festsaal. Ich hatte aber dieses Mal einen Gesellschafter. Das war auch gut so denn finstere dunkle Wolken zogen auf, die nichts Gutes verhießen. Der Kastellan brachte uns vorsorglich zwei Regenschirme und da ging es schon losen. Heftiger Regen prasselte auf unsere Tafel, in aller Eile breiteten wir zwei Tücher über sie aus. Doch im Nu waren sie auch „klitschnass“. Und der Regen wandelte sich in Graupel. Die Wiese im Hofgärtlein wurde weiß, der Kastellan formte Schneebälle. Und dann war Alles vorbei, der Himmel wurde wieder weiß blau. Die Tanzstunde war auch vorbei, die Hofgesellschaft kam wieder zur Tafel und konnte nur noch staunen und sich wundern, was aus der Tafel geworden war. Sogar der Wein in den Gläsern war verdünnt worden. Das war’s dann mit dem Picknick im Hofgärtlein.


17:30 Uhr zog dann die Hofgesellschaft in ein italienisches Etablissement zum Speisen. Es wurde ein vergnüglicher Abend.

Sonntag, 17. Mai 2026

 Heute machte dann so jeder seins. Einige von unseren Freunden besuchten die Eremitage mit dem alten Schloss und ein Teil fuhren nach Sanspareil. Das gehörte dieses Mal auch mit zu den Residenztagen.

Für uns ging es auch noch nicht nach Hause, unser weiteres Ziel ist das Weserbergland. Für den Nachmittag sind wir auf dem Stellplatz in Fulda mit meinem Cousin Helmar verabredet.
50°33'24.9"N 9°39'57.4"E
Wir sind auch pünktlich auf dem Platz Und können dann gemeinsam in die Stadt Fulda gehen und einen kleinen Rundgang unternehmen. Ein spätes Mittagessen gibt es auch noch in einer alten historischen Gaststätte und den Rundgang beschließen wir natürlich mit einem Eis beim Italiener. Wir besuchen auch noch den Dom. Und auch die Alte Kirche daneben. Am Wohnmobil gibt es dann Abendbrot. Und auch noch ein leckeres Bier.









Montag, 18. Mai 2026

Für heute haben wir uns als Ziel Witzenhausen an der Fulda vorgenommen. Auf der Fahrt dorthin machen wir aber erst einmal in Rotenburg an der Fulda Station. Ein Stadtbummel und Mittagessen bei einem Fleischer: frische Hackepeterbrötchen und gut geräucherte Bockwurst. Ein Stück Ahle Wurst nehmen wir fürs Abendbrot mit.





Dann erreichen wir Witzenhausen. Der Stellplatz ist nicht sehr besucht, kostet 15 € incl. Entsorgung.
51°20'41.6"N 9°51'13.5"E
Der Parkautomat nimmt aber nur Münzen, wechselt nicht und akzeptiert auch keine Karten. Parken mit App ist auch nicht möglich. Wir beobachteten, dass das auch der Grund war, dass Einige wieder wegfuhren. Wir gingen in die Innenstadt, auch mit dem Ziel irgendwo zu Abend zu essen. Plötzlich standen wir vor einem riesigen Fachwerkhaus, dem alten Brauhaus. Und das lud ein. Es war aber in griechischer Hand. Es war noch sehr früh, wir waren die einzigen Gäste. Aber nach einer halben Stunde änderte sich das. Das Essen war sehr gut, zwei Karaffen mit Ouzo hoben unsere Stimmung.


Dienstag, 19. Mai 2026

 Und jetzt geht´s an die Weser. Vorbei an Hann. Münden fahren wir auf den Womostellplatz in Bad Karlshafen.


51°38'39.5"N 9°26'55.3"E

Hier hatten wir schon Online gebucht und der QR-Code auf dem Smartphone öffnete uns die Schranke. Zum Mittagessen gingen wir in die barocke Hafenstadt in den Hessischen Hof. Den kannten wir von letzten Mal (2021). Kurz vor 14 Uhr waren wir dort, schnapp ab. Und es gab auch die französische Zwiebelsuppe. Ich hatte schon vorher im Internet die Speisekarte gelesen. Sie hat uns sehr gut geschmeckt und auch das übrige Essen war sehr gut. Und eine freundliche Bedienung. Nur das Bier, also, ich schreibe nur „Radeberger“. Jeder Biertrinker weiß, was ich jetzt meine. Beim Stadtrundgang gingen wir noch ins Hugenottenmuseum, aber nur um die dort befindliche antiquarische Bücherstube zu besuchen. Doch die gibt es leider nicht mehr.


Mittwoch, 20. Mai 2026

 Heute trennten sich erst mal unsere Wege. Ulla und ich fahren nach Uslar. Da lebten meine Oma, Onkel und Tante. Inzwischen alle verstorben. Aber vor einem halben Jahr entdeckte ich bei Facebook meine Cousine. Wir nahmen wieder Kontakt auf und besuchen sie heute. Ein Wiedersehen nach über 30 Jahren. Zuvor spazierten wir durch Uslar, versuchten Erinnerungen aufzufrischen. Uslar geht es aber auch wie vielen anderen Kleinstädten, sie sterben aus. Viel Leerstand in der ehemaligen belebten Langen Straße.

Dann war es soweit, das Wiedersehen. Wir wurden herzlich begrüßt und es wurde ein unterhaltsamer Nachmittag. Zum Abendessen gingen wir zum Griechen Artemis. Der Kontakt war wieder hergestellt und sobald es unsere Reisen es erlauben wird es ein Wiedersehen geben. Bis dahin bleibt uns nun WhatsApp.


Donnerstag, 21. Mai 2026

 Nach dem Frühstück bei Rewe fahren wir noch, da es keinen Schuhladen in der Stadt gibt, ins Gewerbegebiet zu Reno. Hier werde ich fündig, Ulla gleich mit. So kann ich endlich meine alten, inzwischen aber wieder getrockneten Schuhe, entsorgen. Über Holzminden fahren wir noch einen schönen Umweg durch die schöne Landschaft und sind kurz nach Mittag wieder in Bad Karlshafen.

Helmar schmiss den Grill an und so wurde es ein schöner Nachmittag.
Leider aber nicht für ein benachbartes Wohnmobil. Eine Windbö, oder eine kleine Windhose, erfasste dessen ausgefahrene, ca. 7 m lange Jalousie, schmiss sie übers Wohnmobil und riss sie aus der Reeling. Gut, dass dabei niemand zu Schaden kam. Nach langen Versuchen konnte man die Jalousie aufwickeln, doch dann krachte sie doch herunter. Die beiden Womobesitzer, ein älteres Ehepaar, taten uns richtig leid. Sie waren erst seit 3 Tagen im Besitz des Womos. Aber was sie während der ganzen Aktionen für eine Ruhe bewahrt haben. Sie waren ja nicht allein im Womo, sie hatten auch noch zwei riesige Hunde mit sich. Der eine hat sich mit Ulla angefreundet und genoss die Streicheleinheiten.





Zum Abendbrot gingen wir heute portugiesisch Essen. Ein Vorgeschmack auf unsere Reise auf dem Duoro im Sommer. Es hat gut geschmeckt, wir können die Reise antreten.

 Freitag, 22. Mai 2026

Nun trennen sich unsere Wege. Helmar möchte noch ein paar Radtouren unternehmen (Helmarshausen besuchen) und wir fahren wieder Richtung Heimat.

Eschwege möchten wir uns anschauen und parken auf dem großen Festplatz.
51°11'22.9"N 10°03'35.4"E
Wir gehen über die Brücke in die Stadt und es kommt uns Alles so bekannt vor. Waren wir hier schon einmal? Ich schaue im Block nach, ja doch, wir waren schon einmal in Eschwege. 2021. Aber da hatten wir für die Stadt keine Zeit. Wir waren auf der Suche nach einer Coronatestmöglichkeit für Ulla. War aber eine Fehlanzeige, ohne Termin keinen Termin. Heute nehmen wir uns aber etwas Zeit.


Wir fahren weiter, aber nicht direkt nach Hause, sondern machen in Wanfried Station. Der dortige Stellplatz ist fast leer.
51°11'11.8"N 10°10'01.0"E
Am Schlagd, dem historischen Hafen an der Werra, lud uns der Garten zu einem Bier ein. Von dem Hafen hier fuhren früher die Schiffe bis nach Bremen und Hamburg.





Sonnabend, 23. Mai 2026

Von Wanfried nach Bad Langensalza ist es nicht weit. Auch hier finden wir auf dem Wohnmobilstellplatz einen schönen Platz.

51°07'00.1"N 10°38'42.4"E
Die Sonne meint es heute sehr, sehr gut, 28 °C im Schatten. Trotzdem besuchen wir die Gärten in Bad Langensalza, besonders den Japanischen. Und dann, nur ein paar Schritte, sind wir in Italien. In der Villa Italiana mit leckerem Eis.









Der Weg zurück zum Womo führte uns durch die Innenstadt. Erstaunlich wie viele kleine Gaststätten es hier gibt. Für uns gab es aber heute ein Abendbrot am Womo. Resteessen.







Sonntag, 24. Mai 2026

 Heute geht´s nun endlich nach Hause. Wir fahren auch schon heute, wir wollen nicht in den morgigen Pfingstrückreiseverkehr kommen. So kann ich ab Erfurt auf der Autobahn den Tempomat einschalten und mit 92 Sachen geht es ohne einen Spurwechsel bis nach Chemnitz – ganz entspannt.

 

Nur noch am Rande: Glatte 1000 km war die gesamte Fahrstrecke dieser Reise lang.