Barock in Franken und Weserbergland
Sonnabend, 16. Mai 2026
14 Uhr begann im Festsaal des Schlosses die Tanzstunde. Die Hofgesellschaft führte einige barocke Hoftänze vor, erntete viel Beifall und dann wurde es auch für die „bürgerlichen“ Gäste ernst, sie durften, mussten mittanzen. Damit nahm die Tanzstunde ein vergnügliches Ende.
Ich allein hatte in der Zwischenzeit die Tafel im Hofgärtlein zu bewachen und hatte mit den Besuchern angenehme Gespräche über die damaligen Sitten und Gebräuche bei Hofe. Die bei solchen Gesprächen meist gestellte Frage ist immer die: „Ist es Euch denn nicht zu warm in den Kleidern?“ Nein, dieses Mal nicht, es war nämlich ganz schon kalt.
15 Uhr begann die zweite Tanzstunde, die Hofgesellschaft zog
in den Festsaal. Ich hatte aber dieses Mal einen Gesellschafter. Das war auch
gut so denn finstere dunkle Wolken zogen auf, die nichts Gutes verhießen. Der
Kastellan brachte uns vorsorglich zwei Regenschirme und da ging es schon losen.
Heftiger Regen prasselte auf unsere Tafel, in aller Eile breiteten wir zwei
Tücher über sie aus. Doch im Nu waren sie auch „klitschnass“. Und der Regen
wandelte sich in Graupel. Die Wiese im Hofgärtlein wurde weiß, der Kastellan
formte Schneebälle. Und dann war Alles vorbei, der Himmel wurde wieder weiß
blau. Die Tanzstunde war auch vorbei, die Hofgesellschaft kam wieder zur Tafel
und konnte nur noch staunen und sich wundern, was aus der Tafel geworden war.
Sogar der Wein in den Gläsern war verdünnt worden. Das war’s dann mit dem
Picknick im Hofgärtlein.
17:30 Uhr zog dann die Hofgesellschaft in ein italienisches
Etablissement zum Speisen. Es wurde ein vergnüglicher Abend.
Sonntag, 17. Mai 2026
Für uns ging es auch noch nicht nach Hause, unser weiteres Ziel ist das
Weserbergland. Für den Nachmittag sind wir auf dem Stellplatz in Fulda mit
meinem Cousin Helmar verabredet.
50°33'24.9"N 9°39'57.4"E
Wir sind auch pünktlich auf dem Platz Und können dann gemeinsam in die Stadt
Fulda gehen und einen kleinen Rundgang unternehmen. Ein spätes Mittagessen gibt
es auch noch in einer alten historischen Gaststätte und den Rundgang
beschließen wir natürlich mit einem Eis beim Italiener. Wir besuchen auch noch
den Dom. Und auch die Alte Kirche daneben. Am Wohnmobil gibt es dann Abendbrot.
Und auch noch ein leckeres Bier.
Montag, 18. Mai 2026
Für heute haben wir uns als Ziel Witzenhausen an der Fulda vorgenommen. Auf der Fahrt dorthin machen wir aber erst einmal in Rotenburg an der Fulda Station. Ein Stadtbummel und Mittagessen bei einem Fleischer: frische Hackepeterbrötchen und gut geräucherte Bockwurst. Ein Stück Ahle Wurst nehmen wir fürs Abendbrot mit.
Dann erreichen wir Witzenhausen. Der Stellplatz ist nicht sehr besucht, kostet
15 € incl. Entsorgung.
51°20'41.6"N 9°51'13.5"E
Der Parkautomat nimmt aber nur Münzen, wechselt nicht und akzeptiert auch keine
Karten. Parken mit App ist auch nicht möglich. Wir beobachteten, dass das auch
der Grund war, dass Einige wieder wegfuhren. Wir gingen in die Innenstadt, auch
mit dem Ziel irgendwo zu Abend zu essen. Plötzlich standen wir vor einem riesigen
Fachwerkhaus, dem alten Brauhaus. Und das lud ein. Es war aber in griechischer
Hand. Es war noch sehr früh, wir waren die einzigen Gäste. Aber nach einer
halben Stunde änderte sich das. Das Essen war sehr gut, zwei Karaffen mit Ouzo
hoben unsere Stimmung.
Dienstag, 19. Mai 2026
51°38'39.5"N 9°26'55.3"E
Hier hatten wir schon Online gebucht und der QR-Code auf dem Smartphone öffnete uns die Schranke. Zum Mittagessen gingen wir in die barocke Hafenstadt in den Hessischen Hof. Den kannten wir von letzten Mal (2021). Kurz vor 14 Uhr waren wir dort, schnapp ab. Und es gab auch die französische Zwiebelsuppe. Ich hatte schon vorher im Internet die Speisekarte gelesen. Sie hat uns sehr gut geschmeckt und auch das übrige Essen war sehr gut. Und eine freundliche Bedienung. Nur das Bier, also, ich schreibe nur „Radeberger“. Jeder Biertrinker weiß, was ich jetzt meine. Beim Stadtrundgang gingen wir noch ins Hugenottenmuseum, aber nur um die dort befindliche antiquarische Bücherstube zu besuchen. Doch die gibt es leider nicht mehr.
Mittwoch, 20. Mai 2026
Dann war es soweit, das Wiedersehen. Wir wurden herzlich begrüßt und es wurde
ein unterhaltsamer Nachmittag. Zum Abendessen gingen wir zum Griechen Artemis.
Der Kontakt war wieder hergestellt und sobald es unsere Reisen es erlauben wird
es ein Wiedersehen geben. Bis dahin bleibt uns nun WhatsApp.
Donnerstag, 21. Mai 2026
Helmar schmiss den Grill an und so wurde es ein schöner Nachmittag.
Leider aber nicht für ein benachbartes Wohnmobil. Eine Windbö, oder eine kleine
Windhose, erfasste dessen ausgefahrene, ca. 7 m lange Jalousie, schmiss sie
übers Wohnmobil und riss sie aus der Reeling. Gut, dass dabei niemand zu
Schaden kam. Nach langen Versuchen konnte man die Jalousie aufwickeln, doch
dann krachte sie doch herunter. Die beiden Womobesitzer, ein älteres Ehepaar,
taten uns richtig leid. Sie waren erst seit 3 Tagen im Besitz des Womos. Aber
was sie während der ganzen Aktionen für eine Ruhe bewahrt haben. Sie waren ja
nicht allein im Womo, sie hatten auch noch zwei riesige Hunde mit sich. Der
eine hat sich mit Ulla angefreundet und genoss die Streicheleinheiten.
Zum Abendbrot gingen wir heute portugiesisch Essen. Ein Vorgeschmack auf unsere Reise auf dem Duoro im Sommer. Es hat gut geschmeckt, wir können die Reise antreten.
Nun trennen sich unsere Wege. Helmar möchte noch ein paar Radtouren unternehmen (Helmarshausen besuchen) und wir fahren wieder Richtung Heimat.
Eschwege möchten wir uns anschauen und parken auf dem großen Festplatz.
51°11'22.9"N 10°03'35.4"E
Wir gehen über die Brücke in die Stadt und es kommt uns Alles so bekannt vor.
Waren wir hier schon einmal? Ich schaue im Block nach, ja doch, wir waren schon
einmal in Eschwege. 2021. Aber da hatten wir für die Stadt keine Zeit. Wir
waren auf der Suche nach einer Coronatestmöglichkeit für Ulla. War aber eine
Fehlanzeige, ohne Termin keinen Termin. Heute nehmen wir uns aber etwas Zeit.
Wir fahren weiter, aber nicht direkt nach Hause, sondern machen in Wanfried Station. Der dortige Stellplatz ist fast leer.
51°11'11.8"N 10°10'01.0"E
Am Schlagd, dem historischen Hafen an der Werra, lud uns der Garten zu einem Bier ein. Von dem Hafen hier fuhren früher die Schiffe bis nach Bremen und Hamburg.
Sonnabend, 23. Mai 2026
Von Wanfried nach Bad Langensalza ist es nicht weit. Auch hier finden wir auf dem Wohnmobilstellplatz einen schönen Platz.
51°07'00.1"N 10°38'42.4"E
Die Sonne meint es heute sehr, sehr gut, 28 °C im Schatten. Trotzdem besuchen
wir die Gärten in Bad Langensalza, besonders den Japanischen. Und dann, nur ein
paar Schritte, sind wir in Italien. In der Villa Italiana mit leckerem Eis.
Nur noch am Rande: Glatte 1000 km war die gesamte
Fahrstrecke dieser Reise lang.



























